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Aöde

Aöde (griech. Sänger, Dichter, Beschwörer) hieß der Dichtersänger der homerischen Zeit, die sich mit viersaitigen Phorminx selbst begleitete. Der berufsmäßige Sänger wurde seinem Stande nach dem Seher, Arzt und Baumeister gleichgestellt, also gesellschaftlich höher als der bildende Künstler eingeschätzt. Auch adlige Helden griffen in ihren Mußestunden zur Lyra. Nach griechischen Vorstellung entsprang der heroische Gesang des Aöden unmittelbar göttlicher Inspiration. Blindheit galt oft als Zeichen des Sängers, dem die Musengabe des Gesanges um den Preis des Augenlichtes zugeteilt wurde. Anlässe zum Gesang boten vor allem Mahl und Reigen. Um 700 v. u. Z. spaltete sich die Aödenkunst in den rezitierenden Vortrag von Epenbruchstücken durch den Rhapsoden und die Kitharodie, d. h. den lyrischen Sologesang zur Kitharabegleitung.

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