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Gemme
Gemme (lat. gemma Auge (am Weinstock), Knospe) heißt ein Edel- oder
Halbedelstein mit vertieft eingeschnittener (Intaglio) oder erhaben
herausgearbeiteter (Kamee) Darstellung, in deren Bildwelt überall Mythos
und Alltag der Völker eingingen. In Griechenland schloß die Glyptik
nicht
an die in Speckstein u. a. weichen Material erreichten mykenischen Vorstufen
an, sondern entwickelte sich im 5. Jahrhundert v. u. Z. neu und erreichte
Leistungen wie die des Dexamenos. Als die hellenistische Bürokratie das
orientalische Urkundensiegel forderte, erlebte die Gemme eine ungemeine
Verbreitung. Die Anzahl der Meister stieg stark an, fast 85% verwendeten
Chalzedon, seit dem 4. Jahrhundert auch neue Edelsteinarten, Beryll,
Chrysopras und viele andere.
Die Etrusker importierten selten griechische Gemmen, sondern schufen eigene
Formen in weichem Material. Dagegen entwickelten die Römer seit dem
1. Jahrhundert der Kaiserzeit die Glyptik zur höchsten Stufe in der Kamee
aus Bergkristall und Achat. Bewundernswert ist die Verwendung von
Smaragd und Saphir zu Gemmen, Rubine fehlen. Nachahmungen in billigem
Preßglas sind zahlreich, aber fast ausnahmslos sorgfältig gearbeitet.
Als
Motive wurden um 200 auch christliche Embleme (Taube, Fisch, Anker, Kreuz)
aufgegriffen. Die Gemme fand nicht nur als Siegelstein Verwendung, sondern
ebenso häufig als Amulett, begünstigt durch den Glauben an magische
Kräfte der Edelsteine.
In der Renaissance begann man mit
der Sammlung von Gemmen, die nach Zehntausenden zählten. Die
Humanisten verwendeten sie erneut in Siegelringen,
und neue Meister schulten sich an den antiken Vorlagen.
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